Katholiken kritisieren Umbauabsichten

Kirchenzeitung "Tag des Herrn" veröffentlicht kritische Leserbriefe

Bisher veröffentlichte die Kirchenzeitung "Tag des Herrn", die von den mitteldeutschen Bistümern herausgegeben wird, nur redaktionelle Beiträge, die die beabsichtigte Zerstörung der St. Hedwigs-Kathedrale feiern. Die einzige Möglichkeit, den Lesern der Kirchenzeitung Argumente für eine respektvolle Sanierung vorzulegen, besteht in Leserbriefen als Reaktion auf Beiträge der Umbauverfechter. Es ist zu begrüßen, dass nun auch wieder alternative Beurteilungen Raum finden.

In der Ausgabe Nr. 39 (28.09.2017) konnte der Künstler Zogmayer seinen Umbauentwurf preisen ("Mehr Raum für die Liturgie"), während in der Nr. 41 (12.10.2017) Dompropst Przytarskis Bemerkungen in einem Interview über die von ihm betriebenen Umbauvorbereitungen mitgeteilt wurden. 

Aus einer Reihe von kritischen Leserzuschriften hat die Redaktion der Kirchenzeitung nun vier Briefe veröffentlicht und einen Brief desjenigen, der die bestehende Kathedrale als "DDR-Katholiken-Gedenkkirche" ablehnt und diese Haltung hier wie auch in dem Verein "hedwig21" verbreitet. 

Dekan Matthias Patzelt, Brandenburg/Havel


Prof. Dr. Hans Joachim Meyer, Potsdam


Roswitha Schaab, Bildhauerin,   Berin


Lic. theol. Josef Göbel,               Berlin


Möglichkeit zum Download aller veröffentlichten Leserbriefe

Alle in der Ausgabe Nr. 43 (29.10.2017) in der Kirchenzeitung "Tag des Herrn" veröffentlichten Leserbriefe werden hier zum Download als PDF-Datei bereitgestellt. Die oben angegebenen Links verweisen auf Unterseiten, die einzelne Leserbriefe zum Online-Lesen anbieten.

Download
Leserbriefe zur St. Hedwigs-Kathedrale im "Tag des Herrn" Nr. 43 (29.10.2017) Seite 10
2017-10-29_TdH_St. Hedwigs-Kathedrale_Le
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Ost-West-Spaltung von Dr. Lehmann weiter forciert

Vorsitzender von "hedwig21" instrumentiert Umbau gegen die von "damals", als Relikt einer Zeit "in der Kirche gerade einmal geduldet war"

Die Haltung, die Dr. Christoph Lehmann bereits als Diözesanratsmitglied in der Vollversammlung zur Umbauabstimmung proklamierte – "Wir brauchen keine DDR-Katholiken-Gedächtniskirche" – findet sich in dem aktuellen Leserbrief wieder. Mit derart ausgrenzenden Ansichten sollen Pläne des Erzbischofs vorangetrieben werden. So äußert sich der Vorsitzende des Vereins, dessen Mitgründer und Vereinsvorstand der Beauftragte für Baumaßnahmen an der Kathedrale, Dompropst Przytarski, ist.

Der Brieftext zeigt wiederum, Kirche und Glaube werden lediglich vorgeschoben,  es geht bei den Umbaubestrebungen eher um  Politik und Machteinfluss der Kirchenleitung in der Hauptstadt.

Wird sich die Bistumsleitung von derartigen Äußerungen offiziell distanzieren? Sollte ein Dompropst in einem Verein zum Vorstand gehören, dessen Vorsitzender von Versöhnung schreibt, aber Diffamierung  von anderen Gemeindemitgliedern betreibt, deren Biografie, Wohnort oder Lebensalter abweichen ?

Leserbrief von Dr. Christoph Lehmann, Vorsitzender von "hedwig21"

Kommentare und sachliche Richtigstellungen

Nur weil Erzbischof Koch, an den liturgisch unbegründeten Bestrebungen Kardinal Woelkis gegen umfassende fachliche und öffentliche Argumentationen  festhielt, werden Theologen, Liturgen, Wissenschaftler, Baufachleute, Kulturbegeisterte und katholische Christen Gewissen und Überzeugungen nicht verleugnen.

Kardinal Bengsch hat mit Schwippert den Wiederaufbau der Kathedrale nach Zerstörung durch den Krieg vollendet. Vor erneuter mutwilliger, grundloser Zerstörung bewahre uns Gott !

konzilsgerechte Gestaltung

Das liturgische Institut Trier hat die Reformen, die das Konzil niederlegte, bereits in dieser Kathedrale umgesetzt.

Hauptstadtkathedrale

In angespannter politischen Zeit ist im einzigen Ost-West-Bistum ganz bewusst eine Hauptstadtkathedrale gestaltet worden – von einem Düsseldorfer Architekten geplant, mit gestalterischen Verweisen auf die katholische Welthauptstadt Rom. 

Denkmale stärken das Denken für die Zukunft

Kommentare: Werner J. Kohl, Architekt