Gedenken an Bernhard Lichtenberg in der St. Hedwigs-Kathedrale zu Berlin

Bitte an den Apostolischen Nuntius

anlässlich des 20. Jahrestags der Seligsprechung Bernhard Lichtenbergs durch Johannes Paul II.

In einem Schreiben wird der Apostolische Nuntius, Erzbischof Eterović,

um kollegiale und brüderliche Unterstützung des neuen Erzbischofs von Berlin, Dr. Koch, bei der Betrachtung der Kathedrale gebeten. 
Die Würdigung des Seligen sollte nicht durch einen radikalen Umbau reduziert werden, bei dem seine Gedenkkapelle unter Beton verschwände. 


Das festliche Pontifikalamt zum Gedenken an den Seligen Bernhard Lichtenberg wurde im Beisein des Apostolischen Nuntius, Erzbischof Eterović, von Erzbischof Dr. Koch zelebriert. Die enge Beziehung des jungen (Erz)Bistums Berlin zu seinem ersten Seligen wird durch die außergewöhnliche Gestaltung der St. Hedwigs-Kathedrale besonders deutlich. Vom Hauptraum ist die Kapelle des Seligen auch während der Gottesdienste sichtbar. Die ganze Gemeinde, geführt durch den Erzbischof, kann in einem Prozessionszug über die Treppe zur Unterkirche vom Hauptraum direkt zur Gedenkkapelle mit dem Grab des Seligen pilgern. So wird die Verbundenheit mit dem Märtyrer und Vorausgegangenen für die Gläubigen im Hinabgehen und Heraufsteigen erlebbar, berührt jeden Einzelnen spürbar. Ein Vorschlag zum radikalen Umbau der Kathedrale will gerade die Öffnung entfernen, die dieses Glaubenserlebnis bewirkt. Eine Betonplatte, die den Zugang verschließen würde, trennte die unmittelbare Verbindung zum Seligen und verdrängte sein Andenken in eine abgelegene Kammer der Krypta. Gerade für Berliner sehr eindrücklich würde wiederum Stahlbeton trennen, was zusammengehört. So bliebe von der Verbindung zum Seligen nur ein abstrakter Gedanke oder bestenfalls ein abenteuerlicher Abstieg durch einen engen, steilen und zu niedrigen Treppenschacht. Vor derartigem konzeptionellen und baulichen Fehler möge die Kathedrale verschont werden.