Tag des Herrn – Diskussion zum Umbau der Kathedrale

Das Ende gedruckter Leserbriefe

Am 2. November 2014 veröffentlichte der "Tag des Herrn" nebenstehender Mitteilung mit der merkwürdigen Überschrift "Sanierung der Kathedrale", obwohl es nur um den Umbau der Kathedrale ging.  Die Redaktion bittet darin "ihre Leser, keine Leserbriefe mehr zur Sanierung der St.-Hedwigs-Kathedrale zu schicken". Zahlreiche Leser hätten "bereits ihre unterschiedlichen Standpunkte zum Für und Wider des Umbaus geäußert".[…] "viele Argumente auf beiden Seiten wiederholen oder ähneln sich mit der Zeit."

 

Eine weitere Begründung überrascht:

"Außerdem steht der Entschluss, wie die Kathedrale aussehen soll, fest und kann nicht mehr geändert werden."

Weder 2014, noch 2015 und nicht 2016 "steht der Entschluss, wie die Kathedrale aussehen soll, fest". Es ist nur zu hoffen, dass die bisherigen Umbaupläne eingestellt werden.

Tag des Herrn - Online-Diskussion

Vier Monaten hatten die Leser keine Möglichkeit, ihre Meinung zu dem brisanten Thema öffentlich kundzutun. Am 4. März 2015 richtete der "Tag des Herrn" dann eine Online-Plattform zur Diskussion ein, die seither rege genutzt wird. Die größte Zahl der Beiträge wendet sich gegen den meist als unnötig, verschwenderisch und nicht sakral bewerteten Umbauentwurf. Die Mehrheit der Kommentatoren wünscht eine Sanierung, aber keinen Umbau. 

Hier ist der Link zum Diskussionsforum.

Eine rege Teilnahme ist wünschenswert. Viele Gründe für den Erhalt können selbst angeführt und gelesen werden.


Der "Tag des Herrn" veröffentlicht nicht jeden Beitrag

Verzögert freigegebene oder zensierte Texte werden hier bekanntgemacht

Wieder einmal tut sich der "Tag des Herrn" schwer, einen Beitrag zur Online-Diskussion zur St. Hedwigs-Kathedrale zeitnah freizugeben.

Deshalb unterstützen wir hier die Redaktion mit der Veröffentlichung des am 29.06.2016 gesandten Textes, da es um die angekündigte "Entscheidung" des Erzbischofs geht.


Welche "Entscheidung" wird erwartet ?

Die „Entscheidung“ eines, der nichts entscheiden kann,

– von Bischofskonferenz und Kirchenlobby gedrängt,

– wortlos hinter Gremien versteckt,

– nach gültigem Gesetz keinesfalls befugt,

ein Baudenkmal und Zentrum der Bistumstradition zu zerstören?


Am 10. März 2016 war in der Berliner Morgenpost zu lesen, dass der Erzbischof "Umbau oder Sanierung" nur zustimmen werde, "wenn die Finanzierung relativ sicher gewährleistet sei."

Daraufhin schrieb ein Leser nebenstehenden Kommentar am 21. März 2016. Da der Kommentar im März 2016 vom "Tag des Herrn" noch nicht freigegeben worden ist, wird der Text nun hier veröffentlicht.

Fragen und Sorgen stehen zur Diskussion: 


Großspurigkeit statt Mitmenschlichkeit ?

Mit der Reduzierung auf die Frage der Finanzierbarkeit eines Kathedralumbaus kann der Erzbischof vom Hauptproblem nicht ablenken. Natürlich hat die Katholische Kirche genug Geld. Die Bilanz des Erzbistums Köln belegt das deutlich. Da stehen mehrere Milliarden Euro zu Buche. 

 

Aber soll das Geld tatsächlich für einen baulich nicht notwendigen Umbau der weitgehend intakten Hedwigskathedrale in Berlin ausgegeben werden? Was würde das über die Haltung der Kirche in der aktuellen gesellschaftlichen Situation aussagen? 

Zusätzlich will das Erzbistum Berlin für diese Teilzerstörung eines Baudenkmals noch staatliche Förderung verlangen. 

 

Von Barmherzigkeit reden und egoistisch handeln - wie sollen Katholiken mit dieser Doppelmoral Bedürftigen gegenübertreten?

Angesichts derartiger Pläne sollte notwendige Scham zu echtem karitativen Handeln führen. Nächstenliebe besteht nicht darin, lediglich den Rest weiterzugeben, der nach dem Eigenverbrauch für einen nur formal zu begründenden, teuren Umbau übrig bleibt. 

Durch den Umbau würde die Kathedrale zu einem Monument des Egoismus der Katholischen Kirche.


Dieser Beitrag ist für die Online-Diskussion der Internetseite des "Tag des Herrn" am 21.03.2016 verfasst worden und wird hier ebenfalls veröffentlicht.